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Value Bets finden in drei Schritten

Finde und bemesse eine Value-Wette in drei Schritten: Marge aus den Referenzquoten herausrechnen und die faire Quote bestimmen, den Erwartungswert deiner Quote berechnen und den Einsatz nach Kelly ermitteln – auf Wunsch mit 5,3 % Wettsteuer.

Gib die Buchmacherquoten für beide Seiten ein. Wir rechnen die Marge heraus und erhalten die faire Wahrscheinlichkeit.

z. B. 1.91 oder 2.50

z. B. 1.91 oder 2.50

Marge

4,55%

Faire Wahrsch. A

50,00%

Faire Wahrsch. B

50,00%

Fazit

Nach Schritt 3 – es fehlt noch: deine Quote und dein Einsatz (Schritt 2), deine Bankroll (Schritt 3)

Faire Wahrscheinlichkeit

50,00%

Zuletzt geprüft: · Wie wir unsere Rechner prüfen


So nutzt du den Value Bets finden

Eine Value Bet ist eine Wette, deren Quote höher ist, als es die echte Wahrscheinlichkeit des Ausgangs rechtfertigt. Es geht nicht darum, öfter zu treffen, sondern im Gewinnfall mehr zu bekommen, als fair wäre. Die verbreitetste Methode: Man nimmt einen sehr effizienten Referenz-Buchmacher, rechnet die Marge aus seinen Quoten heraus, erhält die faire Quote und sucht einen Anbieter, der mehr zahlt. Dieser Rechner führt dich durch die drei Schritte.

  1. Marge entfernen. Gib die Quoten des Referenz-Buchmachers für beide Ausgänge eines Marktes ein (Über/Unter, Handicap, Tennis). Du siehst die Marge und die faire Wahrscheinlichkeit jedes Tipps.
  2. Erwartungswert. Gib die Quote ein, die du auf Tipp A bekommst, und deinen Einsatz. Gibt dein Anbieter die Wettsteuer weiter, schalte „Mit 5,3 % Wettsteuer“ ein. Der Rechner sagt dir, ob die Wette +EV ist.
  3. Kelly-Kriterium. Gib deine Bankroll ein und lies den Einsatz für vollen, halben und Viertel-Kelly ab. Das Fazit – WETTEN oder AUSLASSEN – erscheint nach dem dritten Schritt.

Über die Nummern kommst du zu jedem schon besuchten Schritt zurück. Quoten darfst du mit Punkt oder Komma eingeben; im Ergebnis stehen sie mit Punkt (2.08), Beträge in deutscher Schreibweise (18,52 €).

Die Formel

  • Schritt 1: faire Wahrscheinlichkeit von Tipp A = (1 ÷ Quote A) ÷ (1 ÷ Quote A + 1 ÷ Quote B); faire Quote = 1 ÷ faire Wahrscheinlichkeit.
  • Schritt 2: Erwartungswert = p × Einsatz × (deine Quote − 1) − (1 − p) × Einsatz, mit p aus Schritt 1. Mit Wettsteuer rechnet der Rechner mit deiner Quote × 0,947.
  • Schritt 3: Kelly = (b × p − q) ÷ b, mit b = deine Quote − 1 (bzw. Quote × 0,947 − 1 mit Steuer) und q = 1 − p; empfohlen ist halber Kelly × Bankroll.

Der Gedanke dahinter: Der Referenz-Buchmacher hat die schwierige Arbeit schon gemacht. Seine Quoten ohne Marge sind die beste verfügbare Einschätzung, und du bringst nur eins mit – eine bessere Quote anderswo. Du brauchst also kein eigenes Modell, aber Disziplin (jede Wette notieren) und Geduld: Der typische Vorteil liegt bei 2–5 % pro Wette und zeigt sich über Hunderte Wetten, nicht über zehn.

Jeden Schritt gibt es auch einzeln: den Faire-Quoten-Rechner (auch für 1X2), den Erwartungswert-Rechner und den Kelly-Kriterium-Rechner.

Praxisbeispiele

Beispiel 1 — eine Value-Wette ohne Steuer

Referenz 1.90 / 1.90; ein anderer Anbieter zahlt Tipp A mit 2.08. Einsatz 100 €, Bankroll 1.000 €.

  • Schritt 1: Marge 5,00 %; faire Wahrscheinlichkeit 50,00 %, faire Quote 2.00
  • Schritt 2: Erwartungswert +4,00 € (+4,00 %)
  • Schritt 3: Kelly 3,70 %, halber Kelly 18,52 €

Beispiel 2 — dieselbe Wette mit Wettsteuer

Gibt der Anbieter die 5,3 % weiter, kostet ein Gewinn 11,02 € Steuer. Die effektive Quote sinkt auf 2,08 × 0,947 = 1,97 – unter die faire Quote von 2.00. Der Erwartungswert wird −1,51 €, Kelly sagt 0,00 %: auslassen. Für Value-Wetten in Deutschland heißt das: Bei einem Anbieter, der die Steuer weitergibt, muss deine Quote rund 5,6 % über der fairen liegen, bevor überhaupt Value übrig bleibt.

Beispiel 3 — ein Tennismatch

Referenz 2.20 / 1.70; dein Anbieter zahlt Spieler A mit 2.35. Faire Wahrscheinlichkeit 43,59 %, faire Quote 2.29, Marge des Referenzmarktes 4,10 %. Mit 50 € Einsatz beträgt der Erwartungswert +1,22 €; Kelly empfiehlt 1,80 %, also 9,02 € mit halbem Kelly.

Wo du nach Value suchst

  • Hauptmärkte großer Ligen (1X2, Über/Unter, Asian Handicap): Die Referenz ist verlässlich, und Unterschiede entstehen, wenn ein Anbieter seine Quote zu spät anpasst.
  • Tennis und Basketball: Zweiweg-Märkte, wie gemacht für diesen Rechner.
  • Meide Märkte mit wenig Umsatz: In unteren Ligen ist die Referenzquote unsicher, und der „Vorteil“ kann reines Rauschen sein.

Wer statt Kelly lieber mit festen Einheiten setzt, nimmt den Bankroll-Management-Rechner. Ob die Methode bei dir funktioniert, zeigt der Vergleich deiner Trefferquote mit der geforderten im Trefferquote-Rechner und deine Rendite im Yield-Rechner.

Typische Fehler bei der Value-Suche

  • Den falschen Referenzmarkt nehmen: Die faire Quote ist nur so gut wie der Markt, aus dem sie stammt. Ein Anbieter mit hoher Marge oder ein kleiner Markt liefert keine verlässliche Referenz.
  • Veraltete Quoten vergleichen: Quoten bewegen sich. Wer die Referenz von gestern mit der Quote von heute vergleicht, sieht Value, wo keiner ist.
  • Die Steuer vergessen: Ohne den Schalter rechnest du mit Quoten, die du nach Abzug der 5,3 % gar nicht bekommst.

Häufige Fragen

Eine Wette, deren Quote über der fairen Quote liegt – sie zahlt mehr, als die echte Wahrscheinlichkeit rechtfertigt. Langfristig bringen nur Value Bets Gewinn.

Echte Wahrscheinlichkeit schätzen (etwa durch Herausrechnen der Marge aus den Quoten eines Referenz-Buchmachers) und den Erwartungswert berechnen: p × Reingewinn − (1 − p) × Einsatz. Ist er positiv, hat die Wette Value.

Sie senkt die effektive Quote auf Quote × 0,947. Eine Quote muss deshalb rund 5,6 % über der fairen liegen, damit nach Steuer noch Value bleibt – im Beispiel wird aus +4,00 € ein Minus von 1,51 €.

Einen kleinen Anteil der Bankroll. Das Kelly-Kriterium liefert den optimalen Prozentsatz; die meisten setzen halben Kelly oder weniger, weil Schätzungen nie fehlerfrei sind.

Nein. Eine Value Bet kann verloren gehen; sie hat nur einen positiven Erwartungswert. Der Gewinn zeigt sich über Hunderte Wetten, mit Pechsträhnen dazwischen.

Dieser Rechner arbeitet mit zwei Ausgängen. Für 1X2 bestimmst du die faire Quote im Faire-Quoten-Rechner und rechnest dann im Erwartungswert- und im Kelly-Rechner weiter.

Meist zwischen 2 und 5 % Erwartungswert pro Wette. Das klingt wenig, summiert sich aber über Hunderte Wetten – vorausgesetzt, du setzt diszipliniert kleine Anteile der Bankroll.

Quellen

Diesen Rechner auf deiner Website einbinden

Kostenlos für Blogs, Foren und Tipp-Seiten. Füge dieses HTML dort ein, wo der Rechner erscheinen soll – die Größe passt sich automatisch an.

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